Tor Alva in Mulegns zählt zu den höchsten Bauwerken, die je im 3D-Druckverfahren durch Roboter erstellt wurden. Die Tragstruktur entstand in enger Zusammenarbeit mit der Professur für Digitale Bautechnologien an der ETH Zürich – digital geplant und robotergestützt gefertigt. Der Turm ist aus gestapelten Einzelelementen aufgebaut und bildet ein räumliches Fachwerk, das alle Einwirkungen nahezu ausschliesslich über Normalkräfte abträgt. Nach einer geplanten Standzeit von fünf Jahren in Mulegns kann er demontiert und andernorts wiederaufgebaut werden.
Der Turm ist aus im Trockenbau gestapelten Einzelelementen aufgebaut. Jedes Säulenelement besteht aus drei Teilen: einem robotergedruckten Schaft sowie vorgefertigten Sockel- und Kapitellteilen. Auf jedem Geschoss werden die Elemente mit versetzten Fugen verschraubt.
Während des Druckvorgangs wird die Edelstahl-Ringbewehrung direkt in die Elemente eingelegt. Nach dem Zusammensetzen werden die Längsstäbe in vorbereitete Aussparungen eingefädelt und mit Fliessmörtel vergossen. Eine zentrische Vorspannung verhindert Rissbildung in den obersten Geschossen.
Das Verfahren ermöglicht massgeschneiderte, geometrisch komplexe Bauteile durch digitalisierte Formgebung. Beton wird ausschliesslich dort eingesetzt, wo er strukturell erforderlich ist – ganz ohne Schalung. Die Struktur des Turms bildet ein räumliches Fachwerk, das Eigen- und Nutzlasten, Schnee, Wind sowie Erdbebeneinwirkungen nahezu ausschliesslich über Normalkräfte abträgt.


